Design & Produktion von High Heels
(Eine Kurzbeschreibung)
Gerade die Produktion von außergewöhnlichen und handgefertigten High Heel- und Stiefelmoden ist ein sehr aufwendiges Spezialgebiet, welches das traditionelle Schuhmacherhandwerk zum einen mit dem Gebiet von Idee und Design zum anderen, gekonnt und innovativ verbinden muss. Auch in der heutigen Zeit der Technik, lassen sich viele Produktions-schritte nicht immer vollautomatisieren und sind daher Tradition, teilweise Kunst und eben Handarbeit.
Zahlreiche Personen wie Künstler und Designerinnen, Schuhmacher-Meister, Einkäufer, Schuhmacher, Näherinnen, Modelltischler, Kurier-fahrer, Kaufleute, etc. sind am Gesamtprozess der High Heel Entwicklung- und Herstellung beteiligt.
Gute Qualität beginnt aber bereits bei der Auswahl des Leders und der sonstigen Materialien und so haben eine Menge an „Rohprodukten“ wie die Lederhäute, etc. schon eine relativ lange Reise aus der Lederfabrik, etc. hinter sich, bevor sie überhaupt in die Schuhmacher-Werkstatt gelangen. Nur wenige Ledergerbereien können mit ihren Lederqualitäten die Ansprüche eines professionellen Schuhmachers erfüllen: minimale Farbunterschiede, eine etwas unterschiedliche Materialoberstruktur, etc. können eine Lederhaut für die Serienherstellung oft bereits disqualifizieren. Große Lederhäute (wie sie z.B. bei der Herstellung von oberschenkellangen Stiefeln erforderlich sind, um Stiefelschäfte ohne Knienaht herstellen zu können) haben einen relativ hohen Einkaufs- preis, was insbesondere den Verkaufspreis von oberschenkellangen Stiefeln mit extralangem Schaft erklärt.
Um mit hochwertigen Materialien, nach traditioneller Schuhmacherkunst und hoher Individualität extrem hochhackige Schuh- und Stiefelmodelle in vielfältigen Farb- und Modellvarianten (über 500 verschiedene Farben, Materialien, Designs, etc.) herstellen zu können, sind allein mehr als 150 unterschiedliche Arbeitsschritte notwendig. Um einen einzigartigen und individuellen High Heel oder Stiefel herstellen zu können, sind neben der interessanten Idee der gelungene Entwurf, das einzigartige Design und letztlich dann auch die technisch perfekte Konstruktion und Umsetzung, sowie Produktion des Einzelmodells erforderlich.
Schon allein für die Idee und das Design jedes einzelnen High Heel- oder Stiefelmodells, muß der Hersteller erhebliche Honorare für Designer, Künstler, Grafiker, etc. bezahlen.
Hat ein Schuhmodell Design und Planung durchlaufen, werden die Masse der einzelnen Teile (bis zu 150 Stück pro Paar) für die verschiedenen Grössen festgelegt. Danach werden die Stanzmesser (ähnlich von Backformen für Keksgebäck bei größeren Produktionen) erstellt, mit denen die einzelnen Lederteile dann aus den Lederhäuten gestanzt werden. Bei Einzelmodellen werden die erforderlichen Lederteile per Hand aus den Häuten geschnitten.
Spätestens bei der Umsetzung und Einzelanfertigung des ersten Mustermodells, sehen wir als Hersteller die technischen Machbarkeiten: Es tauchen die folgenden Fragen auf: Ist die Heelhöhe überhaupt noch machbar, ist die Festigkeit ausreichend, wird der gesamte Schuh oder Stiefel zu schwer, kann die Trägerin das Gewicht noch optimal auf den gesamten Schuh verteilen, können wir den Absatz überhaupt noch mit einer Heelhöhe von oft über 50,00 cm technisch herstellen, sind die Maschinen entsprechend einzurichten, u.v.a.m.?
Vom ersten Entwurf, über die Erstellung der ersten Schuhleisten bis zur Herstellung des ersten Prototypen vergehen oft bis zu 10 Arbeits-wochen. Damit ist u.a. natürlich zu erklären, warum handgefertigte und individuelle High Heel- und Stiefelmoden preismäßig auch wesentlich über den von maschinell gefertigten High Heels aus Massenproduktion liegen.
Technischer Ablauf von Design und Produktion:
- Idee und Design:
Entwicklung von Idee, Design, Festlegung von High Heel Modell und –art, Ermittlung der technisch machbaren Heelform und –höhen, Festlegung der erforderlichen Schuhkonstruktion.

- Vermessung:
Erstellung der Schuhleisten als eine Art Kopie der menschlichen Füsse für den Prototypen jeweils für die linke und rechte Seite (später werden pro unterschiedlicher Schuhgröße dann nochmals jeweils ein weiterer Leisten für den linkenund rechten Fuß erforderlich). Der Schuhleisten wird meist in Holz per Hand geschnitzt oder aus Kunststoff hergestellt. Der Schuhleisten bestimmt die Steigung und Biegung des Fußbettes (= Rists) und die Bequemlichkeit, damit die Art und Form, wie das Gewicht der Trägerin auf das gesamte Fußbett und den Schuh an sich verteilt wird, wie sich die Balance beim Gehen verhalten wird, etc. Jeder einzelne Typ und jedes Modell eines Schuhs braucht somit seinen eigenen Leisten für die linke und die rechte Seite. Schon bei der Herstellung der Schuh- oder Stiefelleisten sind handwerklich größtes Können erforderlich.
- Herstellung des Schuhleistens:
Nachdem zunächst ca. 35 verschiedene Messungen des Fußes zur Erstellung des Schuhleistens (auch abhängig vom Design) vorgenommen wurden, die im wesentlichen alle dazu dienen die Balance richtig zu verteilen, errechnet der Schumacher-Meister die Symmetrie des Fußes, berechnet die Umfänge von Spann und Ferse, berechnet den Platzbedarf der Zehen und legt fest, wie sich der Fuß im Schuhinnenraum bewegen wird. Die Herstellung der Leisten ist deshalb so aufwendig, weil zum eine so viele Koordinaten und Maßpunkte berücksichtigt werden müssen und zum anderen auch das gewünschte Design und Finish dem Ursprungsentwurf entsprechen muß und hierbei auch der „Sexappeal“ des High Heels gewährt sein muß.
- Zuschnitt & Näherei:
Nachdem der Schuhleisten erstellt wurde, wird vom Schuhmacher der erste Prototyp aus den gewählten Materialien zugeschnitten, die Ober- und Unterleder im Schnitt erstellt, das Innenfutter festgelegt und zugeschnitten, die Kanten der Lederteile geschliffen, die Außenform des Modells festgelegt, die Ränder modelliert und schließlich der rohe Schuh zunächst aus allen Einzelteilen zusammengenäht. Ggf. wird noch eine Membrane eingebaut und das formgebende Sohlenteil eingeklebt. Anschließend wird die Schuhspitze definiert, also ob rund, spitz, breit, schmal, schlank, etc. Danach wird die Ferse definiert, ggf. erforderliche Verstärkungen eingefügt und das Rohmodell wird durch den Einsatz von Heißluft, Dampf, o.ä. „weich gemacht“ um sich auf den Schuhleisten perfekt aufziehen zu lassen. Ist als Zwischenprodukt nun das komplette Oberteil des Schuhs hergestellt, kommt man in die eigentliche Produktion.
- Produktion:
Hier passt der Schuhmachermeister das Oberteil des High Heels oder Stiefels perfekt dem vorgefertigten Schuh-leisten an, oft werden hierzu auch entsprechende Dehnungs- und Spannungsmaschinen benutzt, danach wird der Schuh auf dem Leisten „vernagelt“. Nachdem das Schuhoberteil (oft über 10 und bis zu 20 Tagen) auf dem Leisten getrocknet ist und die entsprechend vorgegebene Form angenommen hat, werden danach die Sohle, der Absatz, das ggf. vorgesehene Plateau, etc. an den Schuh montiert. Anschließend werden die ggf. vorgesehene und gepolsterte Innenlaufsohle eingelegt, das ggf. vorgesehene Innenfutter vernäht und kontrolliert, etc.
- Feinarbeiten:
Nachdem der Schuh an sich hergestellt wurde, werden die Feinarbeiten durchgeführt, der Oberrand wird geglättet und poliert, der Absatz überprüft und ggf. nachgearbeitet, die Schuhsohle am Rand nachgearbeitet und ggf. geschliffen, die Innensohle überprüft und ggf. nachgearbeitet, anschließend werden alle Nähte und Kleberänder, etc. überprüft, nachgearbeitet und gereinigt. Zum Finish wird der Schuh kontrolliert, poliert und verlässt durch die Materialprüfung die Werkstatt um in der Verpackungsabteilung in Umkartons verpackt zu werden und in die Versandabteilung zu gelangen. In der Versandabteilung wird eine letzte Waren-Endkontrolle durchgeführt, um dann den Weg zu Ihnen bzw. uns für den Endkundenversand zu finden.
Fachbegriffe:
- Schuhoberteil = Schaft
- Schuhunterteil = Boden
- Schaft besteht aus: Blatt, Quartier, Lasche, Hinterriemen, Futter, Fersenfutter, Hinterkappe, Vorderkappe.
- Arbeitsschritte = ca. 150 Arbeitsschritte sind erforderlich.
- Grundlage für die Herstellung = der Entwurf.
- Leisten = eine nach Fuß- und Beinadruck mit ca. 35 Messpunkten erstellte Rohform des geplanten Schuhmodells, auf welcher der Schuh später moniert wird. Anhand des Leistens werden Oberleder-schaft und Futterschaft zugeschnitten.
- Vorderkappe = Frontbereich des Schuhes.
- Hinterkappe = Hinterer Bereich des Schuhes.
- Schuhsohle = Sie bildet die Nahtstelle zwischen Fuß und dem Untergrund, ist gleichzeitig eine Art „Dämpfer“ und schützt den Fuß/Schuh vor Beschädigungen des Untergrundes. Man unterscheidet zwischen Innen- und Laufsohle.
- Fersenkappe = Hält die Ferse.
- Stützlasche = Verhindert das Umknicken des Schuhes zur Seite.
- Lederhaut = Rohleder aus welchem die Einzelteile des Schuhes per Hand zugeschnitten werden.
Zu den Besonderheiten unserer Produkte zählen zum einen das einzigartige Design, die extremen Heelhöhen, die Vielzahl an verschiedenen Modellen, die extreme Schuhfestigkeit, die Pass-genauigkeit, die große Zahl von über 500 verschiedenen Lederfarben, Designs und Materialien, etc. welche derzeit den Maßstab in der Branche darstellen. Zurecht sagt man über uns, dass wir die stabilsten High Heels und extremsten Absätze im schönsten Design der Branche produzieren. Die Vielzahl der Modelle, die große Breite der unter-schiedlichen Schuhgrößen von 35 bis 45 und in den Übergrößen auch die Modelle 46, 47 und 48, sowie die unterschiedlichen Heelhöhen von 10,00 cm, über 18 und 25, bis zu 30, 40 und 50 cm und Heelformen (Stiletto-, Block-, Ballett- oder Frenchheel, etc.) runden das Gesamtangebot in unvergleichbarer Art und Weise ab.


